Große Freude im Ostallgäuer Ringerdorf: Die beiden Aushängeschilder des TSV Westendorf, Christopher Kraemer und Niklas Stechele, haben bei den deutschen Einzelmeisterschaften der Männer in Elsenfeld (Unterfranken) jeweils die Goldmedaille gewonnen. Vereinskollege Felix Kiyek (97 kg) dagegen schied vorzeitig aus.
„Es freut mich unfassbar für die Beiden, aber auch für unseren Verein“, so Westendorfs Cheftrainer Matthias Einsle im Nachgang der Titelkämpfe. Die Erfolgsgeschichte beim TSV wird jährlich fortgeschrieben, nun also mit einem Doppelerfolg auf nationaler Ebene.
Der sportliche Verlauf der beiden TSV-ler in der Untermainhalle hätte nicht besser laufen können. Alle vier Auftritte im Limit bis 67 Kilo im griechisch-römischen Stil beendete Kraemer jeweils technisch überlegen. „Es lief alles optimal für mich. Ich habe in jedem Kampf gezeigt, dass ich der Bessere bin“, freut sich der 30-Jährige über seinen Triumpf. Zuletzt gewann Kraemer vor drei Jahren den DM-Titel. Noch in Heidelberg holte er sich im Limit bis 63 Kilo Gold und zwang damals seinen großen Konkurrenten Etienne Kinsinger in die Knie. Der Titel im Limit bis 67 Kilo ist definitiv eine Ansage an Bundestrainer Mail Bullmann für kommende, auch internationale Aufgaben. „Chris hat sich nach seiner Verletzung im vergangenen Jahr wieder herangekämpft und gute Ergebnisse, auch in der Bundesliga, geliefert“, macht Matthias Einsle deutlich. Der Titel sei für Kraemer nicht nur eine Krönung, sondern auch gut für die Seele. „Ich freue mich wahnsinnig für ihn.“ Mit seinem Auftritt habe er bewiesen, dass er in den Kader des DRB gehört, so Einsle.
Wie geschnitten Brot verlief auch der Auftritt von Niklas Stechele am dritten und letzten Tag der deutschen Einzelmeisterschaften. Der 26-Jährige ging im Limit bis 57 Kilo auf die Matte und zerlegte buchstäblich alle seine Gegner mit jeweils 10:0-Wertungspunkten. Nach 2024 und 2025 gewann Stechele somit zum dritten Mal in Folge einen nationalen Titel bei den Männern. „Mein Ziel war von Beginn an die Goldmedaille. Ich bin froh, da ich mich schon etwas selbst unter Druck gesetzt habe“, so das Freistil-Ass. Er habe sich extrem fit und spritzig auf der Matte gefühlt. Dass seine Gegner zum Teil jünger waren, machte die Sache in keiner Weise einfacher. „Alle wollten sie mir das Leben auf der Matte so schwer wie möglich machen, aber ich habe ihnen keine Chance gelassen.“ Der Erfolg auf nationaler Ebene ist für Stechele zudem keine Selbstverständlichkeit. Jede Menge Arbeit und Fleiß stehen hier zu Buche. „Niki ringt in einer völlig eigenen Liga. Er demonstriert eine ganz andere Klasse. Ihm wird das auch nicht geschenkt“, sagt Matthias Einsle. Das wohl schönste Geschenk machte Niklas Stechele seinem Vater. Am Tag des Goldtriumpfs feierte Thomas nämlich seinen 60. Geburtstag. Nach den anstrengenden Wochen und Monaten gönnen sich unterdessen Christopher Kraemer und Niklas Stechele eine kleine Auszeit vom Ringen, ehe schon die nächsten Aufgaben auf die beiden Aushängeschilder des TSV warten. (stg)



