Ein Ostallgäuer Trio für Elsenfeld: Bei den deutschen Einzelmeisterschaften der Männer gehen auch drei Westendorfer Ringer an den Start. Der Bayerische Ringer-Verband hat für die nationalen Titelkämpfe auch Niklas Stechele (Freistil), Christopher Kraemer und Felix Kiyek (beide Griechisch-Römisch) nominiert.
Bereits am Freitag (5.6.) ist Christopher Kraemer gefordert. Der 30-jährige Griechisch-Römisch-Spezialist startet im Limit bis 67 Kilo. „Mein Ziel ist ganz klar eine Medaille“, so der Ostallgäuer. Genauer gesagt soll es dann schon die Goldene sein. Ohne Wenn und Aber: Kraemer zählt zum engeren Favoritenkreis, weil mit Etienne Kinsinger (Köllerbach) und Witalis Lazovski (Burghausen) zwei große Konkurrenten in diesem Jahr die nationalen Titelkämpfe fernbleiben. Christopher Kraemer wird primär mit neuen Gesichtern, die aus dem Juniorenbereich hochrutschen, zu tun haben. „Ich werde sie unter keinen Umständen unterschätzen.“ Denn nur der Gewinn der Deutschen Meisterschaft bringt Kraemer auch international weiter. Sollte er mit Gold nach Hause zurückkehren, dürfte ihm eine WM-Nominierung Ende Oktober für die Titelkämpfe in Astana (Kasachstan) so gut wie sicher sein.
Vor keiner leichten Aufgabe steht am selben Tag Felix Kiyek. Der bayerische Vizemeister von 2026 hat im Halbschwergewicht eine starke Konkurrenz vor der Brust. Kiyek könnte es beispielsweise im Poolsystem mit der Top drei des vergangenen Jahres zu tun haben. Insgesamt sind für das Limit bis 97 Kilo 14 Meldungen eingegangen.
Sicher ist auch, dass die Goldmedaille im leichtesten Limit bis 57 Kilo am Samstag (6.6.) nur über Niklas Stechele gehen wird. Während sein großer Widersacher Horst Lehr in Elsenfeld bis 61 Kilo startet, hat es das Freistil-Ass aus der Westendorfer Talentschmiede ebenfalls mit jungen Athleten zu tun. Auf den Deutschen Meister von 2025 wartet nur ein kleines Teilnehmerfeld. Mit John Keterling (Graben-Neudorf) und Tim Krasnickij (Leipzig) gibt es nur zwei Athleten, die schon im vergangenen Jahr in Elsenfeld in der gleichen Gewichtsklasse auf die Matte gingen. Krasnickij gewann übrigens die Bronzemedaille. Stechele selbst, der zum dritten Mal in Folge in Unterfranken hintereinander an den Start geht, kann das Prunkstück schaffen, erneut Platz eins zu erreichen. „Ich mache mir selbst keinen Druck, wobei ich trotzdem keinen meiner Gegner auf die leichte Schulter nehmen werde“, betont der 26-Jährige. Im Grunde ist dem Westendorfer im Vorfeld bewusst: Der Titel kann nur über ihn laufen.
Sowohl Christopher Kraemer als auch Niklas Stechele haben vor Kurzem zusammentrainiert. Der Deutsche Ringer-Bund lud die beiden Ostallgäuer zu einem stilartübergreifenden Trainingslager bei der Sportfördergruppe Sonthofen ein. Dabei standen vor allem Krafttraining, Ausdauer und eine Wanderung im Fokus. „Das war definitiv anders als sonst übliche Einheiten. Spaß hat es trotzdem gemacht“, so die einhellige Meinung der beiden Westendorfer Athleten. (stg)

Das Foto zeigt die beiden Ringer Christopher Kraemer und Niklas Stechele während des Trainingslagers in Sonthofen.


