Wenn am Wochenende die bayerischen Einzelmeisterschaften in Coburg stattfinden, blicken sehr viele Ringsportinteressierte auf dieses sportliche Highlight. Denn erstmals überhaupt in der Historie des Bayerischen Ringer-Verbandes (BRV) werden die Meisterschaften für den Nachwuchs, die weibliche Jugend, die Frauen und Männer an einem Ort, der HUK-Coburg arena, ausgetragen. Mittendrin ist auch der TSV Westendorf.
Die Zahlen sind schon jetzt rekordverdächtig. Bis zum Meldeschluss haben sich bisher weit über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 54 Vereinen zu den Wettkämpfen in allen Altersklassen angemeldet. Konkret werden aus Westendorfer Sicht 15 Athleten im Freistil und 19 Aktive im griechisch-römischen Stil auf die Matten schreiten. Dass die Ostallgäuer vor allem wenige Teilnehmer in den jüngeren Altersklassen nach Oberfranken schicken, hat für Freistil-Cheftrainer Matthias Einsle einen simplen Grund: „Der Aufwand für uns als Verein sowie für die Eltern ist hier enorm hoch.“ Ähnliche Töne schlägt auch Nachwuchscheftrainer Jürgen Stechele an. „Coburg ist nicht der nächste Weg. Wir fahren in den Altersklassen U10, U12 und U14 deshalb mit wenigen Teilnehmern dorthin. Deshalb wird nur eine Handvoll junger Ringer mit dabei sein, die auch Medaillenchancen haben.“ Vor allem bei der U17 und U20 sieht sich der TSV Westendorf personell gut aufgestellt. „Da haben wir schon ein paar heiße Eisen im Feuer“, verweist Jürgen Stechele dabei auf Jakob Völk, der in der abgelaufenen Mannschaftsrunde tolle Auftritte hinlegte. „Sicherlich wird es schwierig für ihn, da es für ihn das erste Jahr in der U20 ist. Aber er ist auf einem sehr guten Weg. Deshalb ist Jakob auch für eine Überraschung gut.“ Mit Samuel Völk, Shailo Ulm, Vitus Scheifele und Theo Völk stehen weitere junge, ambitionierte Athleten bereit, um in Coburg auch in die Medaillenränge vorstoßen zu können. Während bei den Männern im Freistil nur Nasrat Nasratzada gemeldet ist, schickt Westendorf bei den Griechisch-Römisch-Spezialisten Felix Kiyek, Niclas Gaa, Jakob Kinberger und Vincent Ledermann. „Es freut mich, dass Felix zum Einsatz kommt. Nach seiner überaus starken Saison in der Mannschaftsrunde geht er nicht chancenlos auf die Matte“, so TSV-Ringerchef Klaus Prestele. „Wir werden keinen Ringer unter Druck setzen. An so einem langen Wettkampftag muss einfach alles passen. Da sind viele Faktoren entscheidend“, ergänzt Matthias Einsle, der selbst in Coburg die Athleten betreuen wird. Mit Markus Stechele, Silko Stark und Felix Kirsch stehen weitere Trainer vor Ort parat.
Die Landesmeisterschaften sorgen bereits im Vorfeld für enormen Gesprächsstoff. Nicht nur, dass eine Vielzahl an ehrenamtlichen Personen für die Durchführung benötigt werden, müssen sogenannte Mattenmanager dafür sorgen, dass es keine großen Lücken zwischen den einzelnen Kämpfen auf den sechs bereitgestellten Matten gibt. „Diese Bayerische ist nicht nur eine enorme Herausforderung, sondern auch eine große Chance für unseren Sport. Es wird die größte Ringkampfveranstaltung in Deutschland sein. Ich bin allen dankbar, die hier unterstützen“, so Prestele. Jürgen Stechele selbst nahm sogar an einer extra für Vereine organisierten Onlinesitzung des BRV teil. „Ich glaube, es könnte ein klasse Event werden. Sicherlich spielt der Zeitfaktor bei so einer Meisterschaft eine wesentliche Rolle. Trotzdem freue ich mich auf das Wochenende in Coburg.“ (stg)
Hinweis: Alles zu den Bayerischen Meisterschaften vorab, Ergebnisse und Informationen gibt es über www.bm2026.de.
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