Der TSV Westendorf hat in der Nike Wrestling Ringerliga die erste Saisonniederlage kassiert. Der Spitzenreiter musste sich ausgerechnet in der heimischen Sparkassen-Arena im Bürgerhaus Alpenblick dem TV Geiselhöring mit 9:20 geschlagen geben. Dabei sind die Gastgeber bei ihrem letzten Heimkampf in der Vorrunde nicht mit der stärksten Aufstellung auf die Matte gegangen.
Leichtgewichtler Jakob Völk und Schwergewichtler Felix Kiyek standen dem Team nicht nur Verfügung. Für TSV-Ringerchef Thomas Stechele sei das Fehlen beider Leistungsträger schon ein Knackpunkt im Kampf gewesen. „So gehen wir halt nach den ersten beiden Begegnungen statt einer Führung mit einem 0:7-Rückstand in den Kampf. Das ist auch nicht so einfach wegzustecken.“ Samuel Völk (57 kg) gab zum Auftakt drei Zähler, Vitus Scheifele (130 kg) gar vier Punkte ab. Michael Steiner (61 kg) holte nach einer starken Leistung den ersten Sieg. Abgezockt und souverän spulte Ion Demian sein Programm herunter. Der Halbschwergewichtler tütete vor dem Pausengong seinen technischen Überlegenheitssieg ein. Den wohl spektakulärsten Kampf erlebten die 670 Zuschauer in der ausverkauften Sparkassen-Arena im Bürgerhaus Alpenblick vor der Pause. Nasrat Nasratzada traf auf den georgischen Olympiateilnehmer von 2024, Goderdzi Dzebisashvier, und verlor am Ende nur hauchdünn. „Sicherlich bin ich enttäuscht, da ich in den letzten Sekunden den Sieg aus der Hand gegeben habe. Ich freue mich aber, wenn ich gegen Topringer antreten darf“, so Nasratzada in seiner Bilanz. Negativ fiel der Olympiateilnehmer in der Schlussphase des Kampfes auf: „Wieso muss er 30 Sekunden vor Ende eine Verletzung simulieren, weil er konditionell völlig am Ende ist, um danach einen Rückwärtssalto zu machen? Das ist unsportlich und beschämend zugleich“, bringt es Trainer Felix Kirsch auf den Punkt. Zur Pause lag Westendorf mit 5:8 zurück.
Nach Wiederanpfiff kassierte Jakob Kinberger (86 kg) eine bittere Schulterniederlage, während Avgustin Spasov (71 kg) seinen Kampf mit vier Punkten krönte. Chancenlos war Glgamseh „Giga“ Khazkeil (80 kg). Und selbst Cheftrainer Matthias Einsle wehrte sich nach Kräften, tat alles, aber verlor seinen Kampf bis 75 Kilo im Freistil. Die letzte Begegnung des Abends gab noch Max Prestele (75 kg, Griechisch-Römisch) ab. „Es ist diesmal nichts für uns gelaufen. Doch haben wir starke Kämpfe gesehen. Unsere Zuschauer und Fans stehen auch nach Niederlagen zu 100 Prozent hinter uns“, verweist Stechele nach Kampfende auf die Gesänge. Trotz der Pleite gegen Geiselhöring bleibt Westendorf mit 10:2-Punkten Spitzenreiter, vor Burgebrach und Nürnberg (beide 8:4). (stg)

Foto: Auf Augenhöhe verlief das Duell von Nasrat Nasratzada (rotes Trikot) gegen den Olympiateilnehmer von 2024, Goderdzi Dzebisashvier. Der Georgier gewann am Ende hauchdünn. © Stefan Günter


