Sechs Kämpfe sechs Siege

von ams

TSV Ringerchef Thomas Stechele über den Erfolg des TSV Westendorf in der Oberliga!

Die Bayerische Ringeroberliga ist am vergangenen Wochenende in die Rückrunde gestartet. Während sich der SV Untergriesbach (15:11 gegen SpVgg Freising) und der SC Anger (24:9 gegen SC Isaria Unterföhring) keine Blöße gaben, war der TSV Westendorf kampffrei. Der Vorsprung auf Anger schmolz auf zwei Punkte. Die Ostallgäuer sind aber weiterhin das einzige Team, das bisher alle Kämpfe gewinnen konnte. Der Kreisbote sprach mit Abteilungsleiter Thomas Stechele über die makellose Bilanz von 12:0-Punkten nach der Vorrunde.

Hätten Sie geglaubt, dass Westendorf zur Halbzeit verlustpunktfrei an der Tabellenspitze steht?

Stechele: Wenn ich ehrlich bin, hätte ich vielleicht davon geträumt. Es ist super gelaufen, das war einfach nicht hervorzusehen. Unsere Ringer, die nun in der Ersten kämpfen, haben sich enorm von Kampf zu Kampf entwickelt und gesteigert. Dieser erste Tabellenplatz ist das Ergebnis konsequenter Arbeit über das gesamte Jahr. Viele Vereine haben uns schon im Vorfeld klar als Favorit abgestempelt. Doch man muss bedenken, dass nur wenige Ringer aus dem Kader des Bundesliga-Teams übriggeblieben sind. Viele sind Nachrücker aus der zweiten Mannschaft.

Was zeichnet die Jungs aus?

Stechele: Sie haben alle richtig Lust in der ersten Mannschaft zu ringen. Beispielsweise Simone Einsle: Er hat in der Bundesliga viele klasse Kämpfe bestritten, sie aber alle immer verloren, auch manchmal äußerst knapp. Jetzt blüht er richtig auf. Man sieht seine ganze Klasse. Er kann befreit aufringen. Simon ringt sogar eine Klasse höher. Es macht richtig Spaß, ihm zuzuschauen. Unseren Zuschauern ergeht es ähnlich. Sie respektieren den Weg, den wir eingeschlagen haben zu 100 Prozent.

Welche Rolle spielen die Trainer?

Stechele: Ich finde, die absolut größte Rolle. Klaus Prestele und Jürgen Stechele treiben die Jungs nach vorn, sie motivieren sie, gegebenenfalls holen sie die Ringer auch mal aus einem Tief heraus. Körperlich und taktisch bringen Klaus und Jürgen die Jungs weiter. Beide sind heiß und auch giftig in der Ecke. Sie sind einfach zu 100 Prozent Herzblut bei der Sache und stecken nicht zurück. Auch wenn es gerade für uns erfolgreich läuft, drehen sie immer noch an Stellschrauben. Sie haben den größten Anteil am Erfolg.

Momentan läuft es bei der Zweiten nicht besonders rund. Was sind hier die Ursachen?

Stechele: Das ist eine einfache Erklärung. Im Prinzip sind vom Bundesliga-Team noch drei Athleten übriggeblieben. Das Oberliga-Team wurde mit Ringern aus der zweiten und dritten Mannschaft aufgefüllt. Die zweite Mannschaft, die in der Bayernliga kämpft, besteht fast nur noch aus Akteuren der letztjährigen dritten Mannschaft. Die meisten Vereine ringen in der Bayernliga mit zwei Ausländern, wir nicht. Ich sehe die Situation jetzt nicht so dramatisch.

Das Zusammenspiel zwischen beiden Herrenteams klappt aber ausgezeichnet. Das geht doch Hand in Hand.

Stechele: Nehmen wir einmal Michael Fichtl, er ist eine zuverlässige Stütze in der zweiten Mannschaft. Er ist fleißig im Training, leitet und organisiert die zweite Mannschaft. Seinen Einsatz in der Ersten hat er sich verdient. Jeder unserer Ringer hat Lust in der Mannschaft zu ringen.

Zurück zur Oberliga: Wie denken Sie über das sportliche Niveau der Teams in der Südstaffel?
Stechele: Ich glaube, viele Mannschaften haben allgemein Probleme mit dem Nachwuchs. Sie können nicht auf eigene Ringer zurückgreifen. Für die Zukunft wird es schwer werden, eine komplette Mannschaft zusammenzubringen. Du brauchst zehn Ringer in der richtigen Stilart mit dem richtigen Gewicht. Insgesamt hätte ich mir das Niveau dann doch höher erwartet.

Auf den Tabellenzweiten @ SC Anger sind es zwei Punkte, wobei Westendorf einen Kampf weniger auf dem Konto hat. Ist die Meisterschaft in der Südstaffel schon entschieden?

Stechele: Absolut nicht. Wir müssen ja noch nach Anger und auch in @SV SV Untergriesbach erwartet uns noch ein heißes Pflaster. Selbst der Auswärtskampf gegen die Bundesliga-Reserve des SV Siegfried Hallbergmoos-Goldach e.V. dürfen wir nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ich bin trotzdem zuversichtlich, wir werden nicht lockerlassen.

Mit dem Beginn der Rückrunde gibt es auch einen Stilartwechsel. Ist das ein Vor- oder Nachteil?

Stechele: Da sehe ich keinen großen Unterschied. In dieser Saison sind wir genauso stark, weil wir natürlich variabel stellen können. Generell muss der eine oder andere Ringer Gewicht machen.

Welchen Anspruch haben der TSV Westendorf und Sie als Abteilungsleiter?

Stechele: Wir ziehen unsere Kämpfe zu 100 Prozent durch. Wir wollen natürlich den ersten Platz behalten. Unser Hauptziel ist weiterhin einen Platz zwischen eins und drei am Ende zu haben, damit wir für die kommende Saison in der eingleisigen Oberliga qualifiziert sind.

Interview: Stefan Günter

Bild: PD Huber

Kreisbote Kaufbeuren

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