Niklas Stechele startet bei Junioren-EM in Spanien

von Stefan Günter

Zweifacher Deutscher Meister geht ohne Druck im leichtesten Limit in Pontevedra auf die Matte

Vor einer großen Aufgabe steht der Westendorfer Niklas Stechele: Bei den diesjährigen Ringer-Europameisterschaften in Pontevedra hat der 19-jährige Kaderathlet des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) am heutigen Freitag seinen ersten Auftritt in dieser Altersklasse. Stechele geht im Limit bis 57 Kilogramm im freien Stil auf die Matte.

„Niki ist erfahren genug. Ich bin überzeugt, dass er weiß, wie er die Situation einzuschätzen hat“, sagt sein Heimtrainer Jürgen Stechele vor den kontinentalen Titelkämpfen im Westen Spaniens. „Dass er mit dem Ziel eine Medaille zu holen hinfährt, ist einfach hervorragend“, so der Übungsleiter weiter. Bundestrainer Marcel Ewald nominierte den Allgäuer als einzigen bayerischen Athleten für den freien Stil. Stechele trumpfte in diesem Jahr bereits bei den Deutschen Meisterschaften auf, als er sowohl bei den Junioren als auch bei den Männern souverän die Goldmedaille erkämpfte. „Ich glaube, beide nationalen Titel haben auf internationaler Ebene keine große Bedeutung“, ist sich Niklas Stechele durchaus bewusst, dass in Spanien alles für ihn laufen muss, damit er in die Medaillenränge kommt. Vor allem die osteuropäischen Teams Russland, Aserbaidschan, Georgien und die Ukraine sind in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm das Maß aller Dinge. Im Vorjahr ging der Titel nach Armenien. Der deutsche Starter, Horst Lehr (Schifferstadt), flog bereits im Achtelfinale aus dem Wettbewerb. Von daher dürfte der Allgäuer DRB-Kaderathlet, der in Heidelberg studiert, gewarnt und gewappnet sein. Die letzten Einheiten bestanden nur aus leichtem Krafttraining. „Ich habe keine Spitzen mehr gesetzt“, ist der Westendorfer aber fit und optimal vorbereitet. Er freue sich bereits auf den seinen ersten Einsatz bei den Junioren. „Ich verspüre überhaupt keinen Druck“, so Stechele. Das sieht auch Nachwuchs-Bundestrainer Ewald so: „Niki kann mit erhobenen Hauptes auf die Matte gehen. Dass er international mitringen kann, hat er schon des Öfteren gezeigt. Wenn er Gas gibt, ist er sogar für eine Überraschung gut.“ Was dem Allgäuer zu Gute kommt, ist nicht nur sein unbändiger Wille, sondern auch seine Entschlossenheit. „Sechs Minuten einfach Vollgas geben, ist für Niklas Stechele überhaupt kein Problem“, ist Ewald überzeugt, wenn sein Schützling sein Potential vollends abruft, er dann auch ein Kandidat für eine Medaille sein könnte. Aber dafür muss im Endeffekt einfach alles passen. Am heutigen Freitag muss Niklas Stechele auf die Matte. Die Finalkämpfe sind für Samstag angesetzt. „Allein schon bei der EM teilzunehmen, eine kräftezehrenden Weg gegangen zu sein, muss man Niki hochanrechnen“, so Jürgen Stechele, der daheim den Auftritt seines Neffen verfolgen wird. Stefan Günter

Zurück